Plittersdorf - St. Jakobus 

 

Das Gemeindeteam St. Jakobus begrüßt Sie sehr herzlich und freut sich, wenn wir Sie für das kirchliche Leben in der Gemeinde Plittersdorf begeistern können.

 
 Für aktuelle Informationen zu Gottesdiensten und Veranstaltungen stehen Ihnen unsere Ansprechpersonen jederzeit zur Verfügung. Wir laden Sie herzlich ein, aktiv am Gemeindeleben teilzunehmen und sich einzubringen. 
 
 

Unsere Gruppierungen

 

Gemeindeteam

 

Gottesdienste und Termine

 
Dank an Pfr. Jacob Pothaparambil
 
Mit Dankbarkeit verabschiedet sich die Kirchengemeinde von Pfarrer Jakob Pothaparambil, der im Monat Mai als Ferienvertretung in unserer Seelsorgeeinheit tätig war. Seit seiner Ankunft am Wochenende des 1. Mai unterstützte er die Gemeinden in Iffezheim und Umgebung mit großem Engagement bei Gottesdiensten und seelsorgerischen Aufgaben.
Viele Gemeindemitglieder durften Pfarrer Pothaparambil als herzlichen, offenen und zugewandten Priester kennenlernen. Mit seiner ruhigen Art, seinen persönlichen Worten und seiner Freude am Glauben bereicherte er das Gemeindeleben. Zahlreiche Begegnungen – ob nach den Gottesdiensten oder bei Gesprächen am Rande – werden in schöner Erinnerung bleiben.
 
Pfarrer Pothaparambil wirkt als Pfarrer im Ruhestand im Bistum Osnabrück in der Pfarreiengemeinschaft Salzbergen | Holsten-Bexten in St. Cyriakus. Dass er seinen Ruhestand nutzt, um Gemeinden in anderen Regionen zu unterstützen, verdient große Anerkennung.
 
Die Kirchengemeinde bedankt sich herzlich für seinen wertvollen Dienst und die Zeit, die er bei uns verbracht hat. Für seinen weiteren Weg wünschen wir ihm Gottes reichen Segen, Gesundheit und viele gute Begegnungen. 
 
Fronleichnamsgottesdienst und Prozession am 04.06.2026 um 9.00 Uhr auf dem Festplatz Niedersand in Plittersdorf
 
Fronleichnam wird in diesem Jahr in Plittersdorf auf dem Festplatz Niedersand (Fährstrasse, Höhe Ankerbrücke) gefeiert. Der Gottesdienst, zu dem auch unsere Kommunionkinder nochmals eingeladen sind, beginnt bereits um 9.00 Uhr und wird vom Kirchenchor und dem Musikverein Plittersdorf mitgestaltet.
Die anschließende Prozession verläuft wieder auf der traditionellen Strecke vom Niedersand durch die Lammstraße zum Platz hinter der Pfarrkirche St. Jakobus. Schon jetzt möchten wir alle herzlich einladen.
  
Do. 04.06.2026
09:00
mitgestaltet von Kirchenchor und Musikverein anschließend Prozession in die Kirche
St. Jakobus Plittersdorf
Rastatt-Plittersdorf
So. 07.06.2026
10:30
St. Jakobus Plittersdorf
Rastatt-Plittersdorf
Do. 11.06.2026
07:45
St. Jakobus Plittersdorf
Rastatt-Plittersdorf
Do. 18.06.2026
07:45
St. Jakobus Plittersdorf
Rastatt-Plittersdorf
Do. 25.06.2026
07:45
St. Jakobus Plittersdorf
Rastatt-Plittersdorf
Do. 02.07.2026
07:45
St. Jakobus Plittersdorf
Rastatt-Plittersdorf
Do. 09.07.2026
07:45
St. Jakobus Plittersdorf
Rastatt-Plittersdorf
Sa. 11.07.2026
17:00
St. Jakobus Plittersdorf
Rastatt-Plittersdorf
So. 12.07.2026
12:00
von Jonas Müller
St. Jakobus Plittersdorf
Rastatt-Plittersdorf
Do. 16.07.2026
07:45
St. Jakobus Plittersdorf
Rastatt-Plittersdorf
Do. 23.07.2026
07:45
St. Jakobus Plittersdorf
Rastatt-Plittersdorf
So. 09.08.2026
12:00
St. Jakobus Plittersdorf
Rastatt-Plittersdorf
So. 11.10.2026
09:00
St. Jakobus Plittersdorf
Rastatt-Plittersdorf
So. 08.11.2026
09:00
St. Jakobus Plittersdorf
Rastatt-Plittersdorf
So. 06.12.2026
09:00
St. Jakobus Plittersdorf
Rastatt-Plittersdorf
Fr. 25.12.2026
18:30
St. Jakobus Plittersdorf
Rastatt-Plittersdorf
So. 03.01.2027
09:00
St. Jakobus Plittersdorf
Rastatt-Plittersdorf
So. 31.01.2027
09:00
St. Jakobus Plittersdorf
Rastatt-Plittersdorf
So. 11.04.2027
10:30
mit Erstkommunion
St. Jakobus Plittersdorf
Rastatt-Plittersdorf
Sa. 25.12.2027
18:30
St. Jakobus Plittersdorf
Rastatt-Plittersdorf
 

Orte

  
Beim Friedhof
76437 Rastatt-Plittersdorf
Dorfstr. 75
76437 Rastatt-Wintersdorf
Dorfstr.
76437 Rastatt-Wintersdorf
Fährstr. 33
76437 Rastatt-Plittersdorf
Otto-Stegmüller-Weg 2
76437 Rastatt-Wintersdorf
Otto-Stegmüller-Weg 4
76437 Rastatt-Wintersdorf
Riedstr. 15
76437 Rastatt-Plittersdorf
Bühlstr.
76437 Rastatt-Plittersdorf
Dorfstr. 40
76437 Rastatt-Wintersdorf
Fährstr. 29
76437 Rastatt-Plittersdorf
 
 
Plittersdorf ist der älteste Ort im Landkreis Rastatt. Erstmals urkundlich erwähnt wurde es 730/31 auf einer Urkunde des Klosters Weißenburg als „Plitharesdophe“. Im Jahr 777 wurde es als „Blithario villa“ bezeichnet. Auch der Name „Villae Blidersdorf“ ist aus dieser Zeit erhalten. Das Wort „villa“ kann als Nachweis dafür gesehen werden, dass es sich schon um eine größere Siedlung handelte.
Zu jener Zeit lag das Dorf auf der linken Rheinseite und wurde der Pfarrgemeinde in Seltz zugeordnet. Der Verlauf des Rheins veränderte sich immer wieder. So lag Plittersdorf zusammen mit den anderen Riedorten von 1310 bis 1464 auf einer Rheininsel. Da dies bedeutete, dass Kirchgang, Meldungen von Geburten und Hochzeiten nur durch Überquerung des Rheins getätigt werden konnte, wurde Ottersdorf im Jahr 1371 von Papst Gregor XI. zu einer selbständigen Pfarrei erhoben. Plittersdorf wurde ein Teil dieser Gemeinde. 1388 wurde Plittersdorf zum Besitz der Grafen von Eberstein. 1780 wurde Plittersdorf zu einer eigenen Pfarrei und die dortige Kapelle zu einer Pfarrkirche. Der wechselnde Lauf des Rheins erschwerte das Leben der Bevölkerung. Nicht nur bedeutete dies eine Schwierigkeit für die Landwirtschaft. Auch Grenzlinien und die Gemarkung verschoben sich immer wieder, was Streitigkeiten nach sich zog. 1796 musste die Kirche wegen eines Hochwassers abgebrochen werden. Eine Notkirche wurde in der Zehntscheuer eingerichtet. 1798 wurde auch das Schulhaus vom Hochwasser zerstört. 1804 berichtete ein Ingenieur Vierordt, dass das „Raukehlzugemäch“ fertiggestellt sei und somit dem Ort keine Gefahr mehr durch das Wasser drohe. Jedoch mussten schon 1806 infolge eines Hochwassers zwölf Häuser und das Pfarrhaus abgerissen und weiter landeinwärts neu aufgebaut werden. Auch in den Jahren 1807, 1808 und 1810 war Plittersdorf schwer vom Hochwasser betroffen. Hiernach standen im alten Dorf nur noch zehn Häuser. Ein Ingenieur Ludwig schlug die Befestigung mit Steinen vor. Dies wurde durchgeführt, aber auch 1815 wurden wieder einige Häuser zerstört. Sogar die Aufgabe ganz Plittersdorfs wurde erwogen. Erst die Rheinbegradigung durch Johann Gottfried Tulla konnte ab 1818 Plittersdorf hinreichend sichern.[2]
 
 
 
Es ist im wahrsten Sinne des Wortes viel Wasser den Rhein runtergeflossen, bis der Straßburger Bischof Rohan dem Bittgesuch der Gemeinde Plittersdorf von 1772, eine selbständige Pfarrei zu werden, stattgab. Mit Errichtungsurkunde vom 20. Juli 1780 wurde unser Ort von der Mutterkirche losgelöst und erhielt eigene Pfarrrechte. Selbstverständlich gab es in unserem Dorf auch vor dieser Zeit reges kirchliches Leben.
 
 
Der Ort zählte zunächst seit dem 8. Jahrhundert zum Elsaß. Die Seelsorge in den Riedorten besorgte bis zum Ende des 14. Jahrhunderts die Pfarrei Seltz, die zur Diözese Straßburg gehörte. Da die Trennung durch den Rhein in der kirchlichen Betreuung Nachteile zur Folge hatte, errichtete die Benediktinerabtei Seltz im Jahre 1376 eine Kaplanei in Ottersdorf. Der damalige Papst, Gregor XI, gestattete am 9. Mai 1371, für die fünf Rieddörfer Plittersdorf, Muffelnheim, Ottersdorf, Dunhausen und Wintersdorf eine Kaplanei des Hl. Ägidius in Ottersdorf zu errichten. Auf diese Weise lösten sich die fünf Rieddörfer von elsäßischen Banden. Muffelnheim und Dunhausen wurden 1481 bzw. 1583 vom Rhein verschlungen und sind in Vergessenheit geraten. 1415 wurde Ottersdorf durch die Benediktinerabtei Seltz zu einer selbständigen Pfarrei erhoben und blieb jahrhundertelang der kirchliche, politische und wirtschaftliche Mittelpunkt dieser fünf Riedgemeinden. Plittersdorf zählte ehedem zum fränkischen Gau Ortenau und unterstand den Grafen von Eberstein, kam 1388 zur Markgrafschaft Baden und gehörte von 1493 bis 1803 zum Amt Stollhofen. Seither ist es dem Amt Rastatt zugewiesen. 
Kirchlich zählte Plittersdorf ursprünglich zur Diözese Straßburg. Durch die Wirren der französischen Revolution (1789) wurde der rechtsrheinische Teil des Bistums Straßburg führungslos und deshalb von Konstanz mitverwaltet. Seit der Auflösung des Bistums Konstanz (1872) gehört Plittersdorf zum neugegründeten Erzbistum Freiburg.
Schon am 2. März 1753 wurde dem Markgrafen über die Schwierigkeit auf dem langen und stellenweise richtigen Kreuzweg der Plittersdorfer Einwohner berichtet.
Andere Probleme werden klar aus den vielen Eingaben, die dem schönen Ziel dienten, eine eigene Pfarrei zu werden. Dabei verkannten Schultheiß (Bürgermeister) und Bevölkerung nicht die Hindernisse, die sich ihrem Vorhaben entgegenstemmten. Aber diese Menschen, denen der Kampf um das nackte Leben ein beinahe ständiger Begleiter war, vergaßen in ihrer leiblichen Not in keiner Weise ihr Seelenheil. Diese innere Einstellung kehrt in vielen Gesuchen an die geistlichen Behörden immer wieder.
Der dreiviertelstündige Fussweg nach Ottersdorf zum Gotteshaus bedeutete für Erwachsene und gesunde Leute kaum eine Anstrengung, aber für Kinder und alte Leute bei Wind und Wetter immerhin eine Leistung. Dazu kamen die Sorge um ihr Heim, zumal wenn Hochwasser im Anzug war, und Haus und Hof rund drei Stunden verwaist standen. Besonders am Herzen lag ihnen die durchgreifende Hebung des religiösen Lebens bei ihrer Jugend. Diesen zweifellos triftigen Gründen verschlossen sich auch die Behörden nicht.
 
 Der in Schwarzach wohnende Amtmann des Amtes Stollhofen, zu dessen Bereich damals Plittersdorf zählte, versicherte am 31. Mai 1753, dass er der Gemeinde ihre Bitte gönnen möge, so unzeitig und schlecht ihm auch ihr Begehren erscheine.
Wenngleich auch die Absicht Plittersdorf nur auf Trennung hinauslaufe, so zeigen sich hierbei doch gleich zwei Anstände, nämlich die Fragen: wer allda das feste Einkommen verschaffen soll, weil die Rechte der Stolgebühren bei weitem nicht hinreichen, die Gemeinde sich dazu auch außerstande sei.
 
Vermutlich leuchteten diese wohlgemeinten Bedenken den Bittstellern vollkommen ein, weil sie erst am 10. August 1777 beim Bischof zu Straßburg ansuchen, ihnen einen eigenen Vikar zur Bedienung zu gewähren.
 
In diesem Zusammenhang werden auch die Teilnehmer aufgezählt, die am Montag, dem 18. August 1777, morgens um 8 Uhr, bei der Untersuchungskommission zugegen waren und vor Dr. theol. Zaepfel, Pfarrer an St. Peter in Straßburg, erschienen waren, nämlich
 
- Schultheiß Georg Müller,
- die Gemeinderäte Peter Kuhmann, Andreas Oberle und Nikolaus Urich von Plittersdorf,
- der markgräfliche Hofrat Steiner in Stollhofen und Schwarzach,
- Ludwig Ensel, Zehnterheber und Verrechner der Einkünfte,
- Nikolaus Miebes, Pfarrer in Ottersdorf (1760-1791),
- die Schultheißen von Ottersdorf und Wintersdorf, Nikolaus Schäffer und Andreas Müller,
- und der Dekan des Kapitels Ottersweier Franz Josef Scheurer.
Die Plittersdorfer trugen bei dieser Gelegenheit ihre Gründe ausführlich vor: Unsichere Wegverhältnisse bei Überschwemmungen, große Entfernung für Kinder und alte Leute und Mangel an geistlicher Betreuung.
 
Der Schultheiß bat am 29. August 1778 nochmals um einen eigenen Pfarrer für Plittersdorf. Die Gemeinde sei auch bereit, seinen Unterhalt aus eigenen Mitteln zu bestreiten.
Erst durch die Errichtungsurkunde vom 20. Juli 1780 bestimmte Bischof Rohan zu Straßburg, dass Plittersdorf von der Mutterkirche Ottersdorf getrennt und eigene Pfarrei wurde. Die damalige Kapelle, wohl erst um 1650 erbaut, wurde jetzt Pfarrkirche.
 
Die Einwohner von Plittersdorf erbauten 1650, also zwei Jahre nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges, eine Kapelle. Aber bereits 39 Jahre später wurde das Gotteshaus von den französischen Truppen schwer beschädigt. Nur mühsam konnten die größeren Schäden behoben werden, so wurde der Turm der Kapelle erst 1760 instand gesetzt. Große bauliche Anstrengungen unternahm die Einwohnerschaft in den 70er Jahren. Das bisherige Gotteshaus erfuhr eine Erweiterung als Voraussetzung für die Zuweisung der pfarrlichen Selbständigkeit. Die um 1650 erbaute Kapelle wurde 1780 zur Pfarrkirche.
 
Aber knapp 20 Jahre später brach sich der Rhein einen neuen Lauf unmittelbar durch den Ort, so dass über fünfzig Häuser abgebrochen werden mussten. Auch das Gotteshaus musste aus bautechnischen Gründen abgerissen werden. Plittersdorf, bis dahin einer der wohlhabendsten Riedorte, war bettelarm geworden, da ein Großteil seiner Gemarkung im Rhein verschwunden war.
 
Mit viel Mühe und Fleiß musste die Bevölkerung ihre Häuser aufbauen und ein weiteres Vorrücken des Stromes verhindern. Eine Kirche sollte sie erst nach 40 Jahren wieder bekommen. Kurzfristig diente ein Haus als Notkirche. Als die unerbittlichen Fluten des Rheines der Pfarrkirche 1796 den Untergang brachten (sie stand außerhalb des neuen Dammes), musste der Gottesdienst vorübergehend im kleinen Schulhaus bei der Ankerbrücke stattfinden und ab 1804 in der Zehntscheuer.

Auch in der damaligen Zeit mit bescheidenen Ansprüchen war es für Gemeinde und Pfarrer kaum zumutbar, über einen längeren Zeitraum unter primitivsten Umständen in diesem Gebäude Gottesdienste abzuhalten. Die arme Bevölkerung war jedoch nicht in der Lage, aus eigenen Kräften eine Kirche zu bauen. Zuschüsse von Obrigkeit oder „Kirchenkommission“ wurden immer wieder abgeschlagen. Ja, das Murgkreisdirektorium trug sich mit dem Gedanken, die Pfarrei „eingehen“ zu lassen.
 
Doch den Rat der Direktion des Murgkreises vom 20. März 1813, unserer Pfarrei mangels einer Kirche und wegen eines im Wasser stehenden Pfarrhauses wie ehedem mit der Pfarrei Ottersdorf zu vereinigen und dem dortigen Pfarrer einen Kaplan zur Betreuung dieser Filiale beizugeben, lehnte das Bischöfliche Ordinariat Konstanz ab.
 
Auch schon damals müssen die Plittersdorfer eine kämpferische Gemeinschaft gewesen sein. Nachdem sich der emsige Pfarrer Müller in der Notkirche gesundheitlich ruiniert hatte und 1813 starb, erreichten sie schließlich, dass die Zehntscheuer 1814 nach Vorschlägen des bekannten Baufachmannes Vierordt junior einigermaßen hergerichtet wurde. Die instandgesetzte Zehntscheuer diente bis 1838, somit 34 Jahre lang, als Gotteshaus.
1815 wurde der bisherige Pfarrverweser Merk in Sandweier hierher angewiesen.
 
In seinem Bericht vom 7. Januar 1818 steht zu lesen: Der Pfarrer hat keine Kirche, keine Wohnung – das Pfarrhaus wurde vor einigen Monaten wegen Einsturzgefahr abgebrochen – er wohnt jetzt in einer ungesunden Erdhütte, zum großen Nachteil seiner Gesundheit, kein Schulhaus, kein Garten, kein Feldbau, usw.
Am 9. März 1820 wurde ihm die Pfarrei Gamshurst verliehen. Am 22. August 1827 zieht Ignaz Seckler als Pfarrer hier auf. Während seiner 18–jährigen Amtszeit wurde im Jahre 1836 mit dem Bau der jetzigen Pfarrkirche begonnen.
 
 Schon 1832 richteten der Bürgermeister und die Gemeinderäte an das Großherzogliche Oberamt die Bitte, die erforderliche Einleitung zum Bau einer Kirche zu treffen. Die Einwohnerzahl war 1835 auf 800 Seelen angestiegen, und die renovierte Zehntscheuer war als Notkirche viel zu klein geworden.
 
Nach langem Hin und Her mit großherzoglichen Behörden und der Katholischen Kirchensektion konnte am 21. Juli 1836, vormittags 10 Uhr der Grundstein für ein neues Gotteshaus gelegt werden, und am 6. November 1838 beging man die Feier der Einsegnung.
Die Planung dieses Gebäudes hatte Professor und Bauinspektor Moßbrugger inne. Die Bauausführung erfolgte durch Maurermeister Erasmus Dürr aus Iffezheim unter der Leitung des Poliers Müller aus Frankfurt; die Bauarbeiter selbst stammten aus Tirol.
Der Maler Booz aus Rastatt lieferte – etwas später – drei Altarbilder. Sie zeigten die Verklärung Christi, die Verkündigung Mariä und den Heiligen Wendelinus. Dieser Neubau, dessen Patron St. Jakobus der Ältere ist, liegt eben, ist trocken, dreischiffig und im Weinbrennerstil erstellt. Man wählte wegen der stets drohenden Hochwassergefahr für das Gotteshaus den höchstgelegenen Platz am Ortseingang von Rastatt her, also ziemlich weit weg vom Unterdorf.
Das Bauwerk hat die Maße 35 x 18 x 9,60 Meter. Bis zur Renovation 1976 – 1978 enthielt es 800 + 250 Sitzplätze und verfügte außer den drei Altären über eine Orgel mit zwölf Registern und drei Glocken. Die Kirchenuhr wurde von Uhrmacher Winkler aus Rastatt gefertigt. 
 
Eine Renovation der Pfarrkirche wurde auch im März 1976 bis September 1978 durchgeführt. Die Restaurierung des Dachstuhls und Dachbodens mit Imprägnierung war ebenfalls notwendig geworden. An den Kirchenfenstern brachte man eine längst fällige Außenschutzverglasung an. Auch ein neuer Außenverputz gab der Kirche wieder ein "festliches Gewand". Unsagbar viele Arbeiten wurden in Eigenarbeit übernommen. Der Pfarrgemeinderat und Pfarrer Baumann gingen mit unerschütterlichem Optimismus und mit großer Hingabe ans Werk. Im Innenbereich gestaltete man den Chorraum nach den liturgischen Erneuerungen entsprechend um. Der Altar sollte möglichst nahe zum Volk kommen. Es wurden sämtliche Altäre ausgebessert und erneuert, ein passender Ambo wurde gearbeitet, eine Fußbodenheizung eingebaut, Bodenplatten aus Marmor verlegt, die Orgelempore wurde zu einer größeren umgestaltet, die wertlose Kanzel aus Gips fiel der Renovation zum Opfer. Die Kreuzwegbilder sowie Tafelbilder und Figuren wurden restauriert, ebenso der Taufstein und die Deckenmalerei. Dabei wurde im Chorraum an der Decke das Bild "Emmausjünger" freigelegt, ebenso verschiedene Schriften und eine Engelsfigur. Die gesamte Elektroinstallation mit Lampen und Strahlern, eine akustische Anlage mit vier Lautsprechern darf als gelungen bezeichnet werden. Durch die Beschaffung eines neuen Kirchengestühls aus Eiche ging ein langersehnter Wunsch der Gläubigen in Erfüllung. Die ebenso restaurierte Stiffel-Orgel erstrahlte in neuem Glanz und ertönte in altbewährtem Ton.
 
 
Marienkapelle
 
In den schlimmen Kriegsjahren um 1945 reift der Gedanke, im Unterdorf an der jetzigen Bühlstrasse für gelegentliche Gottesdienste eine Kapelle zu bauen. So gelobte die Pfarrgemeinde, nach dem Krieg zu Ehren der Gottesmutter eine Kapelle zu errichten, wenn sie vor allzu großem Schaden bewahrt bliebe und das Dorf nicht verlassen müsse.
 
 
 
1964 wurde nach dem Plan des hiesigen Architekten Reinhard Müller mit dem Bau der gelobten Marienkapelle begonnen. Sie hat 120 Sitzplätze, wird regelmäßig zu Gottesdiensten benutzt und steht seit Jahren auch der evangelischen Diasporagemeinde zur Verfügung.
Im Mai wird die Marienkapelle gerne für Maiandachten genutzt.
 
 
Kirchenpatron St. Jakobus
 
Seine Pilgerstätte in Santiago de Compostela erfreut sich dank des andauernden Pilgertrends ungebrochener Beliebtheit – und der selbstbewusste Jakobus hätte wohl nichts dagegen gehabt. Er war ein Sohn des Fischers Zebedäus und zählt zusammen mit seinem jüngeren Bruder Johannes zu den erstberufenen Jüngern (vgl. Mt 4,21f). Jakobus und Johannes sollen sehr ungestüm (vgl. Lk 9,54f) gewesen sein und dafür von Jesus den Beinamen "Donnersöhne" (Mk 3,17) erhalten haben. Die Brüder hatten bereits eine besondere Stellung unter den Jüngern inne und durften besondere Ereignisse wie die Verklärung miterleben (vgl. 17,1), doch ihre ambitionierte Mutter Salome hatte noch weitere Pläne und bat Jesus: "Versprich, dass meine beiden Söhne in deinem Reich rechts und links neben dir sitzen dürfen!" (Mt 20,21) – sehr zum Unmut der anderen Jünger. Nach Ostern soll Jakobus als erster der Apostel für seinen Glauben gestorben sein (vgl. Apg 12,1f). Der Legende nach erschien Jakobus im 9. Jahrhundert einem spanischen Einsiedler und zeigte ihm das ...
 
 
Pfarrhaus
 
Im Jahre 1779 erfolgte die Erklärung der Gemeinde über die Baupflicht eines Pfarrhauses. Vermutlich wurde das Pfarrhaus schon im Jahre 1780 erstellt, da der erste Pfarrer bereits Ende 1780 seinen Dienst in der Pfarrei aufnahm. Als das Pfarrhaus im Jahre 1817 vom Hochwasser umspült wurde, musste es abgetragen werden. Die Neuerrichtung erfolgt im Jahre 1818 in der Lammstrasse 26.     
(Rechts das  Pfarrhaus vor dem Abbruch 1976)
 
 
Im Jahre 1880 fasste die Gemeinde den Beschluss zum Neubau eines Pfarrhauses, da das alte Gebäude den Anforderungen eines Pfarrhauses nicht mehr entsprach.
Der Neubau erfolgt in den Jahren 1902/1903 neben der Pfarrkirche mit einem Kostenaufwand von 26.000 DM.  
Erst im Jahre 1921 war die Versorgung mit elektrischem Strom Wirklichkeit geworden.
In den Kriegsjahren 1939/45 wurde das Haus von Granaten getroffen, wobei Dach und Fenster großen Schaden litten. Granatsplitter konnten sogar noch bei der gründlichen Außen- und Innenrenovation im Jahre 1974/75 gefunden werden.
 
 
(Fortsetzung)
Das alte Pfarrhaus in der Lammstrasse wurde im Jahre 1906 versteigert und fiel 1976 der Spitzhacke zum Opfer. Aus Kostengründen scheiterte eine umfassende Renovierung des Fachwerkhauses.
Dank des außerordentlich großen Einsatzes freiwilliger Helfer unter der Regie des tatkräftigen Pfarrgemeinderates konnten die Renovierungsarbeiten im jetzigen Pfarrhaus Anfang 1975 - schneller als erwartet - abgeschlossen werden. Dabei wurden in fast allen Räumen die sehr hohen Decken abgehängt, die sanitären Anlagen total erneuert, eine Warmwasserheizung eingebaut und im Dachgeschoß ein zweites Zimmer mit Dusche und Toilette ausgebaut. Die Erstellung der Doppelgarage erfolgte ebenfalls im Jahre 1975, nachdem unter großem Einsatz vieler freiwilliger Helfer - allen voran die AH-Mannschaft des Sportvereins Plittersdorf - auch die Außenanlage mit dem Pfarrgarten in einen ordentlichen Zustand begracht worden war.
Interessant ist sicher die Tatsache, dass die Mitglieder der damaligen AH-Mannschaft in Pfarrers Garten Kartoffeln pflanzten, deren Erlös der Kirchengemeinde zur Verfügung gestellt wurde.                                                                                                                                                                                         
 
Friedhof
 
 
 
 
 
 
 
 
Gemeindehaus 1
 
Unserer Pfarrei stand bisher nur ein größerer Gruppenraum des früheren alten Kindergartens zur Verfügung. Dieser diente dem Kinder- und Kirchenchor sowie einer Akkordeon- und Flötengruppe als Proberaum. Auch die Sitzungen des Pfarrgemeinderates und andere pfarrliche Veranstaltungen fanden hier statt. Die Durchführung von Jugendarbeit ist u.a. an der Unzulänglichkeit der vorhandenen Räume gescheitert. Größere pfarrliche Versammlungen mussten in Nebenräumen hiesiger Gaststätten abgehalten werden.
Pfarrer und Pfarrgemeinderat haben sich deshalb 1979 entschlossen, im Pfarrgarten ein Gemeindehaus zu bauen. Hiermit sollen vor allem die äußeren Voraussetzungen für eine fruchtbare Bildungs-, Jugend- und Altenarbeit geschaffen werden. Die Notwendigkeit von kirchlichen Gemeindehäusern hat unser Erzbischof, Dr. Oskar Saier, bei der Einweihung des Pfarr- und Dekanatszentrums St. Stephan in Karlsruhe als "unentbehrlich für den Aufbau lebendiger Gemeinde" bezeichnet. Der Neubau unseres Gemeindehauses wurde vom Erzbischöflichen Ordinariat in Freiburg mit Schreiben vom 6. November 1979 genehmigt.

 
(Fortsetzung)
 
Im Erdgeschoß ist ein Saal (152 qm) mit Bühne und ein Proberaum (66 qm) vorgesehen. Im Kellergeschoß entstehen drei Jugendräume mit insgesamt 144 qm. Diese erhalten einen separaten Eingang, eine Toilettenanlage und die erforderlichen Nebenräume. Im Anschlusss an die Jugendräume wird eine Terrasse angelegt, die für Spiele im Freien vorgesehen ist und ebenerdig erreicht werden kann. Neben dem beabsichtigten Einbau von zunächst einer Kegelbahn soll im Kellergeschoß noch ein Raum von 52,7 qm als Altenbegegnungsstätte ausgebaut und entsprechned eingerichtet werden.  Dabei ist uns bewusst, dass sich Altenbegegnung nicht nur im Angebot von Fahrten und größeren Veranstaltungen ereignen soll, sondern auch im Altentreff im kleineren Kreis.
Das neue Gemeindehaus soll mit all seinen Einrichtungen allen Pfarrangehörigen Gelegenheit bieten, im Kreis von Altersgenossen Freude, Abwechslung und vielseitige Kontakte zu erleben.
Die Bauarbeiten begannen im Mai 1980. Die Grundsteinlegung war am 20. Juli 1980. Die Fertigstellung des Gesamtgebäudes war bis Mitte 1981 geplant.